Leute zum Mitmachen bewegen

PEFC Austria unterstützte bereits die beiden Projekte Markterei (Link) sowie SoHo, wo das Architekturbüro mostlikely ein innovatives Konzept für Zwischennutzung entwarf, das mit selbst gebauten Möbeln aus Fichte Holzverwendung im urbanen Bereich zeigt. Das war Grund genug für  uns, Mark genauer zu diesem Konzept zu befragen und wohin sich dieses entwickeln wird.

 

PEFC: Mark, wir konnten uns bereits persönlich vor Ort von euren Projekten überzeugen, kannst du kurz schildern, wer genau hinter mostlikely und diesen Projekten steckt?

Mark Neuner: mostlikely besteht prinzipiell aus fünf Partnern, wobei wir die Aspekte Architektur, Design, Grafik bis hin zu Sound kombinieren. Wir setzen eine große Bandbreite von Projekten um, das reicht von Häusern in Kitzbühel bis hin zur Neugestaltung eines Würstelstandes in Wien. Wir haben einige Freunde im Startup-Bereich und dort ist Kapital oftmals knapp. Deshalb haben wir den DIY (Do it yourself)-Zugang gefunden, wo wir ein Manual für Bauherren entwickeln und sie dann alles weitere übernehmen.

PEFC: Wie kam dann das Material Holz ins Spiel?

Mark Neuner: Wir wurden von Künstlern gefragt, ob wir für sie einen Stand am Wiener Schwendermarkt gestalten können. Jedoch reichte das Budget für das Gesamtprojekt inklusive Umsetzung nicht aus, also haben wir vorgeschlagen, einen Bausatz zu entwickeln, damit sie den Stand selbst bauen können. Dabei war es wichtig ein Material zu verwenden, was schnell im Baumarkt verfügbar ist und relativ leicht bearbeitet werden kann. Da an einem Marktstand Beständigkeit und ästhetische Ansprüche gefordert sind und das mit Holz gut umgesetzt werden kann, fiel die Wahl schnell auf Fichte massiv. Die Hobelware ist meiner Meinung nach unterbewertet und ist ein hochwertiges Material zu einem optimalen Preis für diesen Anwendungsbereich.

PEFC: Wie sah dann die Umsetzung konkret aus?

Mark Neuner: Wir erstellten den „Bauplan“ mit zwei Brettformaten, für die zum Ablängen eine Kappsäge genügte. So sind auch durschnittlich handwerklich begabte Personen in der Lage gewesen, die Pläne umzusetzen. Gleichzeitig war dies die Geburtsstunde des „Sudden Workshop“-Prinzips von mostlikely, weil es ab diesem Zeitpunkt immer wieder interessierte Personen gab, die mitarbeiten und brach liegende Liegenschaften mit Leben zu füllen. Der damals leer stehende Schwendermarkt ist jetzt wieder mit Marktständen belegt und belebt. Im Sandleitenhof stehen viele der einst geplanten Gemeinschaftsflächen heute leer. Mit unserer Küchenskulptur schaffen wir wieder einen Ort für die Menschen und sie werden Teil der Stadtgestaltung.

PEFC: Diese Workshops sind also schon fast so etwas wie ein Renner?

Mark Neuner: Das Prinzip einer temporären Werkstätte ist ein unkomplizierter und leicht umzusetzender Ansatz, die Leute zum Mitmachen zu bewegen. Das benötigte Werkzeug ist auf ein Minimum reduziert und lässt sich leicht von jedem bedienen. Einen Akkuschrauber hat ja praktisch jeder schon einmal in der Hand gehabt und im Baumarkt bekommt man das Holz auch im urbanen Bereich rasch in der gewünschten Dimension. Es rufen uns auch Firmen an, ob man dieses Konzept bei ihnen umsetzen kann. In diesem Jahr haben wir auf diese Weise zum Beispiel den Gastgartenbereich eines Cafés augestattet.

PEFC: Auf welche kommenden Projekte dürfen wir uns denn in nächster Zeit freuen?

Mark Neuner: Wir sind gerade dabei, alle Entwürfe, die von Künstlern mit diesen Formaten bei uns eingetroffen sind, zu einem Buch zusammenzufassen, das dann auch erhältlich ist. Man erfährt dann eine Inspiration, welche Vielfalt an Möbeln mit nur zwei Dimensionen an Brettern möglich ist.

PEFC: Vielen lieben Dank für das Gespräch, wir freuen uns auf kommende Projekte mit euch.