Zirbenkissen, bald made in München

Nach äußerst erfolgreichen ersten drei Unternehmensjahren investiert das Klagenfurter Start-up Kissen1-Gesundheitskissen in einen neuen Produktionsstandort in Deutschland ((WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2016-08-22).

KLAGENFURT. Siebenstellige Jahresumsätze und täglich mehrere tausend verkaufte Zirbenprodukte: Daniel Abart hat mit seinem Start-up das geschafft, wovon viele Jungunternehmer träumen. Sein Klagenfurter Unternehmen Kissen1-Gesundheitskissen e. U. hat es binnen drei Jahren geschafft, die Marktführerschaft bei der Herstellung und dem Vertrieb von Zirbenprodukten in Österreich und Deutschland zu übernehmen. „Wir halten derzeit 60 Prozent des Marktanteils und expandieren mit einem weiteren Produktionsstandort in München“,kündigt der 26-jährige Tiroler an, der wegen des Studiums nach Klagenfurt gekommen ist.

Daniel Abarth vertraut auf das PEFC-Zertifikat.

Erweiterte Produktpalette

Da die Anfrage nach Zirbenprodukten aus Deutschland inzwischen drei Viertel des Gesamtvolumens ausmache, sei es günstiger, direkt aus Deutschland zu versenden. Daher investiere er rund 50.000 € in den neuen Standort, der bis Anfang 2017 fertig sein und dann drei bis vier Mitarbeiter beschäftigen soll. Zudem soll die Produktpalette in den kommenden Monaten ausgeweitet werden. Derzeit gibt es neben Zirbenkissen unter anderem auch Zirbenschnaps,-kugeln,-bettdecken,-öl und-matratzen. „Zusätzlich wird es jetzt noch ein Gesellschaftsspiel aus Zirbenholz, Schokoladen und eine Zirbenholzuhr geben. Hergestellt wird das alles in Kärnten.“

Soziales Gewissen

Und zwar auch in Kooperation mit sozialen Betrieben, in denen zum Beispiel die Leinenhüllen genäht oder die Zirbenspäne hergestellt werden. „Das bringt uns zwar finanziell nichts, aber es war von Anfang an meine Intention, dem Unternehmen auch einen sozialen Aspekt zu geben“, erklärt Abart, der am Klagenfurter Standort vier Mitarbeiter beschäftigt. Inklusive der Mitarbeiter in den sozialen Betrieben, sind etwa 40 Menschen aktiv mit der Herstellung der Zirbenprodukte beschäftigt. Das Know-how zur Herstellung von Zirbenprodukten hat sich der Wahlklagenfurter übrigens schon als Jugendlicher angeeignet. „Mein Vater stellt Traubenkernkissen her und ich bin mit ihm auch immer mit auf die Christkindlmärkte zum Verkauf gefahren. Und da war dann recht schnell klar, dass ich in dieser Richtung etwas Eigenes machen möchte“,erinnert sich Abart.

Die wirtschaftlichen Kenntnisse zur Gründung und Führung des Unternehmens hat sich der gebürtige Tiroler beim Rechtsund Wirtschaftsstudium an der Universität Klagenfurt angeeignet. „Es braucht lange Aufbauarbeit, um in unserer Branche erfolgreich sein zu können. Und ich habe mir über die Jahre hinweg viel Wissen angeeignet.“

Nächstes Ziel: Berlin

Auch Nachweise für eine biologische Herkunft und die Holzqualität seien wesentlich. So hat die Kissen1-Gesundheitskissen e. U. sowohl die Austria-Bio-Garantie als auch die PEFC-Zertifizierung, die bestätigt, dass ausschließlich Zirbenholz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung verwendet wird. Nächstes Unternehmensziel sei für Abart Berlin, „denn in Norddeutschland sind Zirbenprodukte nicht so bekannt, und das möchten wir ändern“.

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